Mein erstes Jahr als Freelancer.

Geschrieben am 28. February 2017

...und Vater

Seit Ende Januar ist mein erstes Jahr als Freelancer nun vorüber und ich möchte nun mal kurz darauf zurückblicken. Auch ist das ein Jahr mit meinem Sohn gewesen, welcher inzwischen 1,5 Jahre alt ist und mich komplett in seinen Bann gezogen hat.

Als ich 2015 meine Kündigung abgeben habe, wurde ich von einigen Leuten gefragt, warum ich diesen Schritt jetzt riskiere. Mein Sohn ist doch erst 2 Monate alt und nun bräuchte ich doch Sicherheit und geregeltes Einkommen.

Man muss dazu wissen, dass ich 2010 schon mal als Freelancer tätig war. Diese Reise ging etwa 1,5 Jahre damals. Bin am Ende angeworben wurde, um als CTO bzw. Head of Development zu arbeiten. Was auch zu einer interessanten Reise führte. Dazu aber ein anderes mal mehr.

Ein Grund warum ich wieder in das Leben als Freelancer wollte ist, mehr Zeit mit meinem ersten Kind zu verbringen. Und wenn ich jetzt so auf das erste Jahr zurückblicke, ist mir das auch zu einem sehr guten Teil gelungen. Ich habe diese Zeiten mit meinem Sohn sehr genossen.

Ein weiterer Grund für meinen Schritt war, dass ich mich mehr meinen eigenen Dingen und Prjekten widmen und in verschiedenen Kundenprojekten Erfahrung sammeln bzw. meine bisherige Erfahrung weitergeben wollte. Was mir auch wichtig ist, dass es Abwechslung gibt. Was automatisch mit jedem Kunden der Fall ist.

Nun möchte ich allen Leuten einen Hinweis mitgeben, welche sich mit dem Gedanken beschäftigen als Freelancer tätig zu werden. Als Freelancer ist man nicht verpflichtet jeden Auftrag mit bis zu 40 Stunden zu erfüllen und somit quasi wieder einen 9to5 Job zu machen. Dafür habt ihr doch diesen Schritt nicht gemacht, oder? Man kann einfach mit den Auftraggeben verhandeln und dann auch mal weniger arbeiten, um vielleicht sich mehr der Familie oder seinen eigenen Projekten zu widmen. Ihr werdet überrascht sein, dass es einige Kunden gibt, die das sogar begrüßen. Oft ist dies, da eine 100% Beschäftigung von euch, ihnen dann zu teuer ist. Aber sie wirklich euer Wissen wollen und auch einsetzen wollen.

In dem Wort Freelancer steckt ja das Wort FREI drin! Erinnert euch immer daran, dass ihr Frei seit.

Damit sind wir auch schon bei einem weiteren Hinweis. Verkauft euch nicht unter Preis. Ihr tragt immer ein gewisses Risiko, dass es auch mal schlechter Läuft und es keine Projekte gibt. Diese Zeit müsst ihr überbrücken können. Auch sind meistens die Kündigungsfristen für Freelancer bei bis zu zwei Wochen und somit kann es kurzfristig passieren, dass ihr euch nach einem neuen Projekt umsehen müsst.

Nun will ich euch etwas über die Technologien und Projekte erzählen, welche ich in meinem ersten Jahr erlebt bzw. eingesetzt habe. Angefangen hat alles im Bereich IoT, was sehr spannend war. Ich habe dort ein Backend mit Ruby on Rails für eine B2B IoT Plattform gebaut. Auch habe ich dort einen Prototypen mit der Rules-Engine Drooles entwickelt. Alles sehr spannend.
Anschließend habe ich einen Kunden dabei unterstützt Entwicklungs-Prozesse und automatisierte Test-Verfahren aufzubauen. Eingesetzt wurden Teamcity, Youtrack und Upsource von Jetbrains und deren PHP-IDE PHP-Storm. Diese Tools arbeiten sehr gut zusammen.

Anschließend habe ich mitgeholfen für eine Firma ihr Projekt zum Thema Crowdfunding bzw. Crowdsourcing weiterzuentwickeln bzw. zu individualisieren für einzelne Kunden. Das Projekt ist in PHP und mit dem Framework Zend2 entwickelt.
Dazwischen habe ich eine Schulung für die Prozess-Engine von Camunda gemacht. Mir gefällt dieses Enginge sehr gut und habe aktuell auch ein Projekt dazu. Wer also daran interessiert ist seine Prozesse zu automatisieren oder digitaliseren, darf sich gerne bei mir melden.

Was möchte ich nun für meine weitere Zukunft als Freelancer mitnehmen. Ich möchte mich stärker auf automatisierte Tests und TDD fokusieren. Auch ist das Thema Continous Integration sehr spannend. Vielleicht bekomme ich es hin ein Produkt in dem Bereich zu entwickeln.
Ich bin auch schon von ein paar Leuten gefragt worden, ob ich mir eine Festanstellung wieder vorstellen könnte. Dies kann ich ganz klar mit Nein beantworten. Ich genieße das Leben als Freelancer sehr und freue mich auf jeden weiteren Tag.

Hiermit endet mein Rückblick und wir wollen wieder nach vorne schauen.
Ich wünsche euch allen eine erfolgreiche und produktive Zeit.